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Plätzchen statt Podium

Am Montag, den 1. Dezember 2025, besuchten der Sächsische Staatsminister für Wissenschaft, Sebastian Gemkow, und der Bundestagsabgeordnete Florian Oest die Hochschule Zittau/Görlitz. Auf dem Campus Zittau stand dabei nicht ein klassisches Podium im Mittelpunkt, sondern ein gemeinsames Plätzchenbacken mit internationalen Studentinnen und Studenten sowie Vertretern aus dem Wissenschaftsnetzwerk Hi!Lusatia e.V.

Zwischen Teigschüsseln, Ausstechformen und Backblechen wurden zentrale Zukunftsfragen für die Oberlausitz diskutiert. Wie attraktiv ist Sachsen für internationale Studentinnen und Studenten sowie Fachkräfte? Welche Perspektiven bietet die Region im Zuge der Ansiedlungen in der Halbleiterindustrie? Und was brauchen internationale Talente konkret, um in der Oberlausitz zu studieren, zu forschen und langfristig zu bleiben?

Die Hochschule Zittau/Görlitz konnte dabei ihre internationale Ausrichtung eindrücklich unterstreichen. Ein bedeutender Teil der Studenten kommt aus dem Ausland, insgesamt studieren junge Menschen aus mehr als 50 Nationen an der HSZG. Hinzu kommt ein dichtes Netzwerk von über 160 Partnerinstitutionen in knapp 50 Ländern, ein Fundament, auf dem die Hochschule ihre Internationalisierungsstrategie weiter ausbaut.

Rektor Prof. Dr. Alexander Kratzsch betonte in diesem Zusammenhang, dass Wissenschaft immer über Grenzen hinweg arbeite und erfolgreiche Internationalisierung nur im engen Schulterschluss von Hochschule, Bund und Freistaat gelingen könne. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow hob hervor, wie wichtig der direkte Dialog mit internationalen Studentinnen und Studenten sei, um deren Motivation, Erwartungen und auch Kritikpunkte aus erster Hand aufzunehmen.

Florian Oest knüpfte an die aktuellen Entwicklungen in der sächsischen Halbleiterbranche an. Ziel sei es, dass der „Chip der Zukunft“ in Sachsen entwickelt und produziert wird – gemeinsam mit qualifizierten internationalen Fachkräften, die sich bewusst für ein Studium und einen Berufsweg in der Oberlausitz entscheiden. Genau dafür brauche es attraktive Studienbedingungen, verlässliche Bleibeperspektiven und eine starke Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Der informelle Rahmen erwies sich als Gewinn. Die Studenten nutzten die Gelegenheit, um offen über ihre Erfahrungen zu sprechen, von der Wohnungssuche über bürokratische Hürden bis hin zu Berufschancen nach dem Abschluss. Parallel dazu bot eine kurze Stippvisite im Umfeld des DLR_School_Lab auf dem Campus Einblicke in die Forschungs- und Transferlandschaft, die die Region im Strukturwandel prägt.

Am Ende des Vormittags wurde deutlich, dass das gemeinsame Plätzchenbacken mehr war als eine vorweihnachtliche Geste. Es hat Kontakte vertieft, Vertrauen gestärkt und gezeigt, dass Internationalisierung dann besonders gut funktioniert, wenn sie nicht nur in Strategiepapiere geschrieben, sondern im direkten Miteinander gelebt wird.