Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat auf Initiative des Oberlausitzer Bundestagsabgeordneten Florian Oest und des Löbauer Landtagsabgeordneten und Sächsischen Kultusministers Conrad Clemens beschlossen, die ehemalige Textilfabrik Hermann Wünsche in Ebersbach-Neugersdorf im Rahmen des diesjährigen Denkmalschutz-Sonderprogramms mit 300.000 Euro zu fördern.
Am Mittwoch, dem 4. März 2026, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die geförderten Objekte des diesjährigen Denkmalschutz-Sonderprogramms (Auflage XIV) vorgestellt. Darunter findet sich auch die ehemalige Textilfabrik der Firma Hermann Wünsche in Ebersbach-Neugersdorf, für die sich der Oberlausitzer Bundestagsabgeordnete Florian Oest gemeinsam mit Staatsminister Conrad Clemens, der auch für die Oberlausitz im Landtag sitzt, besonders eingesetzt hat.
„Das Erbe der einst größten Textilindustrie Deutschlands gehört fest zur Identität der Oberlausitz. Mit der Sicherung des Daches der größten ehemaligen Produktionsstätte der Firma Hermann Wünsche bewahren wir das Andenken an diese prägende Epoche unserer Heimatgeschichte. Der aktuelle bauliche Zustand der Fabrik ist mehr als kritisch, die zeitnahe Umsetzung der nötigen Baumaßnahmen zum Erhalt der Gebäudesubstanz deshalb umso wichtiger. So gelingt es uns, im Wettstreit mit dem Zahn der Zeit einen großen Schritt voranzukommen", so Oest zur Bewilligung der Mittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm.
„Ebersbach-Neugersdorf bekommt durch die Rettung der Hermann-Wünsche-Fabrik eine neue Chance, dieses beeindruckende Areal in der Mitte der Stadt wirtschaftlich, sozial oder kulturell für die Ebersbacher und die gesamte Region nutzbar zu machen. Es ist dem Einsatz zahlreicher ehrenamtlich Engagierter vor Ort zu verdanken, dass dieses einzigartige Zeugnis unserer Industriekultur wieder zum Leben erweckt werden kann. Jetzt gilt es, zeitnah gemeinsam mit allen Akteuren vor Ort tragfähige Konzepte für eine künftige Nutzung des Areals zu erarbeiten", ergänzt der Landtagsabgeordnete Conrad Clemens, der sich nach Vor-Ort-Terminen und Austauschrunden mit der Bürgerinitiative und kommunalen Vertretern ebenfalls für die Dachsanierung der Hermann-Wünsche-Fabrik eingesetzt hat.
„Ich danke allen, die sich gegenüber der Bundesregierung für die Sanierung des Daches der Hermann-Wünsche-Fabrik an der Bleichstraße stark gemacht haben. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass das Gebäude endlich wieder eine Zukunft hat und nicht dem weiteren Verfall preisgegeben ist. Ich freue mich darauf, jetzt im nächsten Schritt Lösungen für eine künftige Nutzung des Areals und eine kluge Einbindung in die Entwicklung unserer Stadt zu finden", so Steffen Ain, der Bürgermeister von Ebersbach-Neugersdorf zur nun möglich gewordenen Dachsanierung der Fabrik, die sich in kommunalem Eigentum befindet.
Hintergrund: Im Kulturkapitel des Haushaltsplans 2025 des Bundes wurden 35 Millionen Euro für die vierzehnte Auflage des Denkmalschutz-Sonderprogramms bereitgestellt. Für die Dachsanierung von Pförtner- und Lagerhaus sowie Hauptgebäude der ehemaligen Textilfabrik Hermann Wünsche an der Bleichstraße in Ebersbach-Neugersdorf werden davon insgesamt 300.239,50 Euro zur Verfügung gestellt. Mit dem Bescheid geht die Bewilligung einer weiteren Förderung durch den Freistaat Sachsen in etwa der gleichen Höhe einher. Einen kleineren Eigenanteil muss die Kommune selbst tragen, sodass die Gesamtkosten in Höhe von ca. 750.000 Euro finanziert werden können.
Bildrechte Foto der Fabrik: André Clemens